Frühling des Lebens + Sauerstoff
Wir alle wissen, ohne den Sauerstoff, den wir einatmen, können wir keine 5-6 Minuten überleben. Aber auch ein Zuviel dieses Gases wäre schädlich, denn Sauerstoff kann im Körper äußerst aggressive Verbindungen eingehen, die unsere Zellen angreifen und schädliche Oxidationsprozesse auslösen können. Diese hochaktiven chemischen Verbindungen werden als "Freie Radikale" bezeichnet. Sie lassen die Zellen "rosten" - ähnlich wie der Sauerstoff der Luft das Eisen rosten (oxidieren) lässt.
Der Angriff der Freien Radikalen auf unsere Zellen findet in jedem Augenblick statt und ist Teil der normalen Lebensvorgänge. Aber dieser Angriff wird verstärkt durch Lebensbedingungen, die dem Organismus die Abwehr erschweren. Dazu gehört die Belastung durch Umweltgifte wie Ozon, UV - Strahlung, Smog, Pestizide, Giftstoffe, die in unseren Wohnungen sind, aber auch emotionaler oder physischer Stress, Zigarettenrauch, Medikamente, ranziges Öl oder gegrilltes Fleisch. In den Industriestaaten haben die meisten Menschen mehr freie Radikale in ihrem Körper, als gesund ist.
Freie Radikale sind jedoch nicht nur schädliche Stoffwechselprodukte. Sie dienen auch der Immunabwehr, denn Leukozyten und Makrophagen machen sich ihre bakterizide Wirkung zunutze: Sie produzieren freie Radikale und zerstören damit Bakterien und andere Fremdstoffe.
Gesunde Gewebe können sich leicht gegen den zerstörerischen radikalischen Einfluß wehren: Der Körper hat eine gut funktionierende Armee aus körpereigenen Radikalfängern. Erstaunlich ist, daß selbst vermeintlich sinnlose Abbauprodukte des menschlichen Organismus antioxidativ wirken können: wie z.B. Harnsäure und Bilirubin. Insgesamt hat man festgestellt: Ist ein Organismus häufig oxidativem Stress ausgesetzt, regelt er seine Schutzsysteme im Rahmen der individuellen Grenzen hoch.
Freie Radikale können die Ursache für einen beschleunigten Alterungsprozess("aging") in jeder Körperzelle, die Schwächung des Imunsystems, Arteriosklerose, Gefäßverengung, Zerstörung des Bindegewebes, Bluthochdruck, schnellere Hautalterung, Schädigung des Erbmaterials, Zellentartung, Nervenschäden und ein erhöhtes Krebsrisiko sein.
Wie schnell wir "innerlich rosten" ist einerseits von der Qualität unseres Erbmaterials (körpereigene Enzyme), andererseits von der Lebensweise, insbesondere der Ernährung abhängig. Viele altersbedingte Erkrankungen sind letztendlich das Resultat der lebenslangen "Bombardierung" mit freien Radikalen. Sogar so sinnvolle Aktivitäten wie Sport oder Gymnastik erhöhen den Angriff von Freien Radikalen.
Die wichtigsten Antioxidantien sind Vitamin C, Vitamin E, Beta-Carotin und andere Carotine, Zink, Selen und Glutathion. N-Acetyl-Cystein, Taurin, Lipon-Säure, Coenzym Q 10.
In den letzten Jahren wird verstärkt auf diesem Gebiet geforscht - zentrale Frage der orthomolekularen Medizin ist, ob und wie die Zufuhr von Antioxidantien die Risiken reduziert, an bestimmten Störungen zu erkranken und wie sie womöglich auch den Alterungsprozeß verzögert. Daß Antioxidantien tatsächlich in der Lage sind, den Alterungsprozeß zu verlangsamen, ist bisher nicht endgültig bewiesen. Gesichert ist, daß eine ausgewogene Vitamin- und Mikronährstoffzufuhr Einfluß auf die Gesundheit hat. Defizite an den genannten Substanzen (Folge von Erkrankungen, Enzymdefekten, falscher Ernährung, Streß) sollten ggf. durch Präparate zur Nahrungsergänzung ausgeglichen werden.
Hierzu einige kurze Hinweise:
Besonders viel Vitamin C finden wir in frischem Obst und Gemüse: Spitzenreiter sind dabei Paprika, Kiwi, Acerola - Kirsche.
Vitamin E ist vor allem in pflanzlichen Ölen enthalten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine tägliche Aufnahme von 12 mg Vitamin E. Dies entspricht beispielsweise zwei Teelöffeln Weizenkeimöl, fünf Teelöffeln Sonnenblumenöl oder zehn Teelöffeln Olivenöl.
Karotten oder Aprikosen sind sehr b-Carotin-haltig. Um die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen 2 mg b-Carotin pro Tag aufzunehmen, muß man beispielsweise eine Möhre, drei Eßlöffel Spinat oder vier bis fünf Aprikosen essen. Dabei sollte man sich die Zeit nehmen, die Karotten fein zu raspeln oder zu dünsten, denn nur so kann bei der Verdauung das kristallin vorliegende b-Carotin aus der Möhre herausgelöst werden. Gute Zink und Selen - Lieferanten sind Fisch und Fleisch(spez. Leber, Niere). Weitere Zinkquellen: Käse, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte. Vitamin C und tierisches Eiweiß fördern die Aufnahme von Zink aus der Nahrung. Besonders viel Selen enthalten noch: Weizenkleie, Rosenkohl, Steinpilze, Hühnerei.
Mittels moderner Methoden kann über eine photochemische Reaktion in wenigen Minuten der Gehalt an Freien Radikalen bestimmt werden. Dazu wird ein Tropfen Kapillarblut benötigt. Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich an Ihre Apotheke: In der Stadt - Apotheke Calbe findet vom 13. bis 16. April eine Meß- und Aktionswoche dazu statt.